Marco Nix
Geschäftsführer Finanzen (CFO) bei 50Hertz

Netzausbau

vorausschauend finanzieren

AUSGEWOGENE UND LANGFRISTIGE UNTERNEHMENSZIELE

Um der Vielfalt und Komplexität der Herausforderungen gerecht zu werden, hat sich 50Hertz einem ausgewogenen Set an Unternehmenszielen verschrieben. Sie geben Orientierung beim täglichen Einsatz für eine erfolgreiche Energiewende. Aufbauend auf einer wertebasierten Unternehmenskultur strebt der Übertragungsnetzbetreiber nach einem wettbewerbsfähigen Unternehmensergebnis, Effizienz in allen Prozessen, einer bedarfsgerechten Netzentwicklung sowie hoher Versorgungssicherheit. Die Spannungsfelder zwischen diesen gleichwertigen Zielen machen den täglichen Einsatz zu einer motivierenden und gleichzeitig anspruchsvollen Herausforderung. Die von der Bundesnetzagentur (BNetzA) bescheinigten 100 Prozent Effizienz will 50Hertz halten und betriebliche Exzellenz gewährleisten. Dazu werden ein nachhaltiges Risikomanagement betrieben, das Projektmanagement weiterentwickelt und moderne Tools eingesetzt, um Nutzen für die Netzkunden und das Unternehmen zu erzielen und Schaden abzuwenden.

EIGENKAPITAL-VERZINSUNG 50HERTZ (HGB NACH STEUERN)

Trotz 100 Prozent Effizienz liegt die durchschnittliche Rendite mit 6,5 Prozent seit Beginn der Regulierung unter der regulatorisch vorgegebenen Verzinsung.

KOSTENBEWUSST IM WETTBEWERB

Die Unternehmenstochter Elia Grid International (EGI) bietet seit 2014 Beratungs- und Projektleistungen im Inund Ausland an. Damit agiert 50Hertz neben dem regulierten Bereich auch im internationalen Wettbewerb und vermarktet Know-how und Dienstleistungen. 50Hertz profitiert gleichzeitig von den Erfahrungen der Unternehmenstochter und verbessert die eigenen Prozesse und Lösungsansätze stetig. Zur Kostensenkung setzte 50Hertz im Jahr 2015 weiter auf Wettbewerb bei Lieferanten und kommunizierte den Investitionsbedarf der kommenden Jahre aktiv an den Markt.

NACHHALTIGER WIRTSCHAFTLICHER ERFOLG

Auch wenn aufgrund der Regulierung eine Rendite nur theoretisch erreicht werden kann, ist 50Hertz bestrebt, einen möglichst hohen Jahresertrag aus dem vorhandenen Kapital zu erzielen. Gute wirtschaftliche Ergebnisse sind der Schlüssel für das Meistern der Herausforderungen rund um die Energiewende. Denn nur erfolgreiche Unternehmen haben den bestmöglichen Zugang zu den notwendigen Ressourcen – sei es am Kapital-, am Beschaffungs- oder am Arbeitsmarkt. Der daraus entstehende Nutzen kommt Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und Anteilseignern gleichermaßen zugute. Trotz des stabilen Geschäftsmodells zeigen die Ergebnisse der letzten Jahre erhebliche Schwankungen. Zeitverzüge in der Kostendeckung des Regulierungssystems und sprunghafte Anstiege, insbesondere der Energiekosten, sind der Grund dafür. Die durchschnittlich erzielte Eigenkapitalverzinsung lag trotz 100-prozentiger Effizienz mit 6,5 Prozent unterhalb der von der Bundesnetzagentur vorgegebenen Normrendite von 7,39 Prozent.

FINANZIERUNGSSTRUKTUR LANGFRISTIG GESTÄRKT

Zur Finanzierung des Ausbaus des Übertragungsnetzes an Land und zur Anbindung der Offshore-Windparks auf See fokussierte 50Hertz im Jahr 2015 erfolgreich auf die Umsetzung eines hohen CAPEX-Programms. Die Finanzierungsstruktur wurde nachhaltig gestärkt und am Finanzierungsbedarf des Unternehmens ausgerichtet. Dazu hat 50Hertz die eigenen Kreditlinien verlängert und Unternehmensanleihen mit einer Rekordsumme von fast 1,4 Milliarden Euro emittiert. Das große Vertrauen der Finanzmärkte in die nachhaltige und transparente Unternehmensführung des Übertragungsnetzbetreibers trug zu diesen erfolgreichen Finanzierungsschritten wesentlich bei. Hohe Professionalität und ein wettbewerbsfähiges Unternehmensergebnis sind die Voraussetzung für ein solides Finanzrating, das es ermöglicht, die Investitionen an Land und auf See zu guten Marktkonditionen zu finanzieren. 50Hertz schafft damit die Voraussetzung für eine kostengünstige Finanzierung des Netzausbaus und eine möglichst niedrige Kostenbelastung der Netzkunden in der Regelzone. Eine mit einer Verschlechterung des Ratings einhergehende Zinssteigerung um lediglich 1/4 Prozentpunkt würde bereits heute zusätzliche Finanzierungskosten von 35 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren bedeuten und Netzkunden langfristig belasten.

DIE VERTIKALEN NETZERLÖSE (IFRS) ENTSPRECHEN DER REALEN ERLÖSOBERGRENZE (EOG)

TRANSPARENTE ERLÖSOBERGRENZE

Bei den vertikalen Netzerlösen gem. IFRS handelt es sich um durch den Regulierer genehmigte Erlöse, die durch die Netzkunden im 50Hertz-Netzgebiet zu tragen sind. Mit der Veröffentlichung der vertikalen Netzerlöse kommuniziert 50Hertz die reale Erlösobergrenze, die sich zum Ablauf eines Jahres unter Berücksichtigung unterjähriger Effekte eingestellt hat und durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) geprüft wird. Damit soll höchstmögliche Transparenz geschaffen werden.

Investitionen in den Netzausbau und gestiegene Kosten für Engpassbeseitigung sind die wesentlichen Treiber für den Anstieg der Netzerlöse.