Die Energiewende

und ihr Einfluss auf das 50Hertz-Gebiet

Die Energiewende in Deutschland verändert nicht nur die Energieerzeugung, sondern hat auch einen elementaren Einfluss auf die Verhältnisse im Stromnetz.

ENERGIEWENDEZIELE BEREITS ERFÜLLT

Schon heute wird in der 50Hertz-Regelzone mehr erneuerbare Energie erzeugt, als die Bundesregierung im EEG 2014 für das Jahr 2025 vorgegeben hat. Die jährliche Einspeisung aus Erneuerbaren übersteigt in einigen Verteilnetzbereichen der 50Hertz-Regelzone schon jetzt den allgemeinen Strombedarf. In der gesamten Regelzone können bereits über 49 Prozent des Stromverbrauchs mit regenerativer Energie gedeckt werden.

ENTWICKLUNG DES ERNEUERBARE ENERGIEN-ANTEILS AM LETZTVERBRAUCHERABSATZ IN PROZENT

STEIGENDE REDISPATCHMENGEN

Droht ein Netzengpass aufgrund großer Mengen eingespeister Energie, weist 50Hertz vor dem Engpass liegende Kraftwerke an, die Einspeisung zu drosseln, während Anlagen jenseits des Engpasses ihre Einspeiseleistung erhöhen müssen. Diese Maßnahme, das sogenannte Redispatch, musste 50Hertz 2015 nahezu täglich ergreifen, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden. Die Redispatchmengen sind erheblich angestiegen, wobei in der Regel im Norden Kraftwerksleistung reduziert und im Süden hochgefahren wird. Im Süden Deutschlands werden dafür zunehmend Reservekraftwerke (Netzreserve) benötigt. Reichen die konventionellen Maßnahmen nicht aus, müssen auch Erneuerbare hinzugezogen werden. Die steigenden Redispatchmengen und -kosten sind Indikator für die Notwendigkeit des Netzausbaus.

KOSTEN 50HERTZ FÜR REDISPATCH UND ABREGELUNG EE

RÜCKSPEISUNG ALLER ÜBERGABESTELLEN AUS DER UMSPANNEBENE INS ÜBERTRAGUNGSNETZ

ZUNEHMENDE RÜCKSPEISUNG INS ÜBERTRAGUNGSNETZ

Die Anzahl kleiner einspeisender Quellen hat sich mit der Energiewende vervielfacht. Diese speisen über das Verteilnetz in das Übertragungsnetz von 50Hertz ein und sind nicht direkt an das Übertragungsnetz angeschlossen. Die sogenannte Rückspeisung ist in den vergangenen Jahren im Netzgebiet von 50Hertz drastisch angestiegen. Sie betrug an besonders windigen oder besonders sonnigen Tagen über 5.000 MW. Dann muss das 50Hertz-Übertragungsnetz Erneuerbare in einer Größenordnung der Erzeugungskapazität von fünf bis sechs Großkraftwerken aus den Verteilnetzen aufnehmen.

HOHER TRANSPORTBEDARF UND STEIGENDE EXPORTE AUS DER REGELZOHNE

Eine große Menge regenerativ erzeugten Stroms steht in der 50Hertz-Regelzone einer relativ geringen Bevölkerungsdichte und damit einem geringeren Energieverbrauch gegenüber. Den resultierenden Energieüberschuss transportiert 50Hertz über sogenannte Kuppelleitungen in Ballungszentren im Süden und Westen Deutschlands und ins europäische Ausland. Um die Energie aus den unterlagerten Netzen aufzunehmen und dann über weite Strecken zu transportieren, ist es nicht nur notwendig, bestehende Leitungen zu ertüchtigen oder zusätzliche zu bauen, sondern auch zusätzliche Transformatoren in das Netz zu integrieren. Transformatoren sind die Schnittstelle zwischen Übertragungsnetz und Verteilnetz und gewinnen so im Zuge der Energiewende zusätzlich an Bedeutung.